[Rezension] Girl on the Train von Paula Hawkins



Girl on the Train
- Paula Hawkins -
4/5 Sterne

Blanvalet Verlag
Roman
448 Seiten
12.99 €
ISBN: 978-3-7645-0522-6

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Klappentext:
 
Auf alle anderen in diesem Abteil wirke ich völlig normal; ich tue, was sie tun: zur Arbeit pendeln, Termine machen, Dinge erledigen.
WIE MAN SICH IRREN KANN.
 
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, sieht ihre Bewohner. Und eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes...
 
" Unprätentiöse, klare Sprache, präzise Beobachtungen, sorgfältig entwickelte Charaktere. Paula Hawkins hat mit Girl on the Train einen raffinierten Thriller komponiert." Michael Streck, Stern
 
 
Meine Meinung:
 
Traum oder Erinnerung?
 
Rachel fährt jeden Morgen und Abend mit dem Zug an ihrer alten Straße vorbei und beobachtet die Menschen in ihren Gärten, wenn der Zug am Signal hält. Um sich nicht auf ihr altes Haus und die Erinnerungen zu konzentrieren beobachtet sie ein anderes. Sie gibt dem Paar die Namen Jess und Jason und erspinnt sich deren Alltag. Eines Tages beobachtet sie etwas Schlimmes...
 
Rachel bekommt nichts mehr auf die Reihe seit ihre Ehe denn Bach runter ging und der Alkohol sie noch mehr in seine Fänge zog. So stark, das sie sogar ihren Job verlor. Doch das kann sie ihrer Mitbewohnerin nicht sagen, also fährt sie trotzdem jeden Tag zur "Arbeit".
Sie bemitleidet sich selbst, trauert ihrem Ex- Mann hinterher und terrorisiert ihn und seine neue Familie mit den nächtlichen, volltrunkenen Anrufen.
Dabei könnte sie selbst ihre Situation ändern und dem Alkohol absagen, da ihre Wille nicht schwach ist. Sie hat nur schlicht keine Lust dazu und aalt sich lieber in ihrem Elend, was mir mitunter ziemlich stark auf die Nerven ging.
 
Auf ihrer täglichen Zugfahrt sieht sie eines Tages etwas Schockierendes im Garten von "Jess" und "Jason". Das trifft sie sehr, obwohl es das nicht sollte und sie stürzt sich mal wieder in den absoluten Vollrausch.
Am nächsten Morgen hat sie eine Platzwunde und den totalen Filmriss. Als die dann noch die Schlagzeile der Zeitungen liest wird ihr schlecht.
Sie kann sich dumpf erinnern dort gewesen zu sein. Soll sie der Polizei ihre Beobachtungen mitteilen?
 
Natürlich nimmt man sie nicht ernst. Die Ermittlungen nehmen ihren Lauf und sie hat das Gefühl etwas unternehmen zu müssen. Sie will dem Ehemann "Jason" helfen. Der Drang ist so stark, das sogar der Alkohol ausgesetzt wird.
Bei ihrer Hilfe kommt sie ihrem Ex- Mann und dessen neuer Frau sehr nah, was denen absolut nicht in den Kram passt und sie selbst verletzt. Doch sie kann es nicht lassen.
 
Rachel hat Albträume, schreckliche Bruchstücke schwirren ihr im Kopf herum. Sind es nur Träume oder doch Erinnerungen aus der Nacht, in der es passierte? Als Leser weiß man auch nie genau, ob sie von Bedeutung sind oder der Traumwelt zu zuschreiben sind.
 
Ganz langsam fügen sich die Teile zusammen und kommen die Erinnerungen zurück. Doch sie sind so schrecklich, das sie sie selbst für unmöglich hält, auch wenn nun alles Sinn ergibt.
 
Als Leser grübelt man gespannt mit, versucht aus den Fetzen schlau zu werden und wähnt sich auf der richtigen Fährte. Doch dann kommt alles ganz ganz unerwartet anders, als sich der Nebel lichtet.
Die Spannung steigert sich stetig und lässt nie wirklich nach, bis sie sich zum packenden Finale erhebt.
 
Ein einfacher, angenehmer Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten rasen. Die Wirrungen und Wendungen sind gut ausgearbeitet und geschickt platziert, die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet und vielschichtig.
 
Nach dem Lesen dieses Buches wird der ein oder andere seine Mitmenschen sicherlich mit anderen Augen sehen. Beeindruckend und beängstigend, was hinter einer scheinbar makellosen Fassade für tiefe Abgründe lauern können!

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