[Rezension] Eine Therapie für Aristoteles von Melanie Sumner



Eine Therapie für Aristoteles
- Melanie Sumner -
3/5 Sterne

Dumont - Buchverlag
Roman
348 Seiten
19.99 €
ISBN: 978-3-8321-9796-4

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Klappentext:
 
Aristoteles > Aris < Thibodeau ist zwölfeinhalb Jahre alt. Nein, sie ist kein Junge. Und ja, sie ist zu Höherem berufen. Blöd nur, dass ihr kaum Zeit bleibt, sich selbst zu verwirklichen. Ständig muss sie sich um das desolate Liebesleben ihrer Mutter kümmern und ihren kleinen Bruder Max ko- erziehen. Ihr Vater ist auch keine wirkliche Hilfe, denn seit seinem Tod ist er nur noch als Geist anwesend  glaubt zumindest Aris.
Doch es gibt eine Lösung: Mithilfe des Ratgebers > Romane schreiben in 30 Tagen! < wird Aris einen Bestseller landen. Wer braucht da noch eine Therapie?
 
Meine Meinung:


Das Buchcover finde ich überaus gelungen. Genau meine Farben und Stil, den ich mag, der einem auch in der Buchhandlung ins Auge fällt. Und es passt wunderbar zum Roman, den es repräsentiert. Auf der Vorderseite diese wunderschöne nostalgische Schreibmaschine und das Mädchen Aris, welche die Hauptprotagonistin darstellt. Die Fliegermütze auf der Rückseite finde ich auch klasse, da sie für Aris eine so bedeutende Rolle spielt.

Die 12-jährige Aristoteles, kurz Aris, therapiert sich selbst, denn das ganze Haushaltsgeld geht für die Sitzungen des kleinen Bruders Max drauf. Mit Hilfe des Buches > Romane schreiben in 30 Tagen! < will sie dies schaffen und mit dem Verkauf ihres Buches die löchrige Haushaltskasse auffüllen. Soweit die Theorie. Nebenbei erzieht sie ihren Bruder mit und versucht Ordnung zu schaffen, da ihre Mutter eine Chaotin ist und scheinbar nicht bemerkt wie perfekt die "Nanny" Penn doch als Vaterersatz fungieren würde.

Das Buch liest sich weg wie nix, sehr angenehmer Schreibstil und wirklich lustig. Ich habe viel gelacht und einige Passagen fand ich richtig gut, doch blieben sie mir leider nicht in Erinnerung. Als 12-jährige kann man sich Aris kaum vorstellen, doch darauf nimmt die Einleitung ja schon Bezug, also habe ich es nicht als störend empfunden.

Anhand ihres Ratgebers > Romane schreiben in 30 Tagen! < versucht sich Aris selbst zu therapieren, was mehr oder weniger erfolgreich ist. Eine ernsthafte Therapie täte ihr gut und ich finde es Schade, das diese Variante nur ihrem Bruder angedacht wird, weil dieser sich auffälliger benimmt. Dabei merkt man doch, wie sehr auch Aris so ihre Probleme hat. Diese bespricht sie mit dem Geist ihres Vaters, der angeblich durchs Haus streift oder in Selbstgesprächen mit des Bruders Therapeut.

In ihrem Roman schreibt sie über alles aus ihrem Leben, von der Schule angefangen, dem nicht erreichbaren (Ex-) Freund, Hausarbeiten von Mutters Studenten und natürlich dem überaus chaotischem Alltag im Hause Thibodeau.
Die Reihenfolge ist schier willkürlich gewählt und ich habe eine Art roten Faden beim Lesen sehr vermisst. So lässt es sich zwar sehr gut lesen und ist durchaus unterhaltsam, aber der Sinn geht mir verloren.

Im Laufe ihrer "Recherche" stößt sie auf etwas sehr privates ihrer Mutter. Wie sie darauf reagiert und vor allem wie sie damit umgeht finde ich schrecklich naiv und gemein. Das anschließende schlechte Gewissen schadet ihr nicht und rüttelt sie wach. Sie erfährt ziemlich verstörende Dinge aus der Vergangenheit ihrer Mutter und des verstorbenen Vaters, die ein Kind, egal welchen Alters, nicht wissen sollte und reagiert dementsprechend darauf.

Definitiv eine eigenwillige Protagonistin, die viel zu schnell erwachsen sein möchte und sich zu viel Verantwortung auf die schmalen Schultern häuft. Sie sollte ihre Kindheit/ Jugend mehr genießen können, als sich über die finanzielle Lage der Familie den Kopf zu zerbrechen Dies ist allerdings auch verständlich betrachtet man ihre chaotische Mutter, die unbedacht und teilweise kalt rüberkommt. Was ich mit kalt meine, wisst ihr wenn ihr an der Passage über ihre Aufräumaktionen angelangt seid.

Gut das Penn (die "Nanny") immer wieder ein paar Dinge gerade rückt und somit wenigstens für ein bisschen Stabilität für die Kinder sorgt. Wenn auch nicht so, wie Aris es sich erträumt.  Ich persönlich hätte liebend gern mehr über ihn und seine Vergangenheit erfahren. Oder über Charles ( einen Studenten der Mutter), sein Leben und seine Zukunft gelesen. Zwei wirklich charmante, vielschichtige Nebencharaktere.

Alles in allem ein Buch was ganz gut unterhält und mir schon allein der schönen Zitate wegen an den Kapitelanfängen sehr gefällt. Locker und lustig geschrieben fliegt man nur so durch die Seiten. Doch leider bleiben mir die Geschehnisse nicht lange in der Erinnerung haften, da mir persönlich der rote Faden gefehlt hat, an dem ich mich lang hangeln konnte. Aber das ist ja Gott sei Dank Geschmackssache.

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