[Rezension] Homeless von Levi Wiedemann


Homeless
- Levi Wiedemann -
3/5 Sterne

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Publishing Platform
Roman
272 Seiten
ISBN: 978-1530100743
Taschenbuch 11.99 €

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Klappentext:
 
Ich würde dir gerne eine mutige, tapfere und aufopfernde Geschichte anvertrauen, doch dann würde diese Geschichte nicht von mir erzählen.
Also werden dir hier keine Ritter, keine Könige und auch keine Zauberer begegnen.
 
Ich bin John, lebe auf der Straße und mich wirst du kennen lernen, besser gesagt, meinen Weg in den tiefen Abgrund.
 
 
Meine Meinung:
 
Straßenkinder und ihre Geschichten.
 
John lebt auf der Straße, darauf ist er nicht stolz, doch hier hat er Freunde gefunden, die mehr Familie vermitteln als seine eigene es je könnte.
 
Nach anfänglichen Bedenken hat mir das Buch dann doch recht gut gefallen.
Wir lernen John und sein Umfeld kennen, welche Aufgaben und Probleme er im täglichen Alltag auf der Straße zu bewältigen hat, wie es sich anfühlen muss, so ohne festem Dach über dem Kopf, einem sicheren Schlafplatz.
Alles wirklich sehr anschaulich und nachvollziehbar geschildert, trotzdem konnte es mich nicht packen, konnte ich keinen Bezug zu John aufbauen.
 
Dies änderte sich schlagartig, als man durch ein Ereignis einen Blick in die Vergangenheit erhascht und mehr über seine familiären Beziehungen erfährt.
Ab diesem Moment konnte und wollte ich es nicht mehr aus der Hand legen, John war nun für mich greifbar, der Charakter hat an Tiefe gewonnen.
Es war aufregend, interessant und irgendwie geheimnisvoll. Und dann unsagbar traurig und herzzerreißend.
 
Wie ein tragischer Unfall die Familienbande so zum bersten bringen kann. Unfassbar wie sich hier die Eltern selbst die nächsten sind und alles auf Johns Schultern ausgetragen wird, wie ihm zum Teil die Schuld aufgebürdet wird, obwohl er doch ein Kind war.
Wie er an dem Glauben seiner eigenen Schuld fast zerbricht und nur die Flucht auf die Straße sein letzter Hoffnungsschimmer ist.
 
Ich bin selbst Mutter und konnte das Verhalten und die Gleichgültigkeit seiner Eltern absolut nicht nachvollziehen! Wie kann man zu seinem Kind nur so herzlos und grausam sein?
 
Das Buch und John`s Geschichte öffnen die Augen für die Realität. Nicht jedes Straßenkind oder Bettler sind nur faul Leute, die nichts machen wollen, wo sie doch Hilfe bekämen. Einige sehen eben keine andere Wahl, für sie ist sie die einzig mögliche. Denn mal ganz ehrlich, wirklich freiwillig setzt sich niemand diesem Leben aus!
Für mich ziehe ich auf jeden Fall den Schluss nicht mehr zu vorschnell zu urteilen, denn weiß welche Geschichte sich dahinter verbirgt.
 
Sehr schön und so passend fand ich die im Anhang aufgeführten Adressen für Hilfsbedürftige in Berlin, aber auch Spenden- und Informationsadressen, für all jene die sich nun genauer mit dem Thema auseinander setzen möchten.
 

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