[Rezension] Revival von Stephen King



Revival
- Stephen King -
3/5 Sterne

Heyne Verlag
Roman
512 Seiten
Gebundene Ausgabe 22.99 €
ISBN: 978-3453269637

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Klappentext:
 
Glaube. Unheil. Abkehr. Sucht. Wissbegier. Besessenheit.
Tod. Jenseits.
 
Über den kleinen Jamie legt sich ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden soll.
Er wird immer mehr in die dämonischen Versuche eines vom Glauben abgefallenen Predigers verstrickt.
Und dann steht das finale Experiment an.
 
Meine Meinung:
 
Geheime Elektrizität.
 
Als kleiner Junge lernt Jamie den Prediger Charles Jacobs kennen. Sofort besteht eine gewisse Bindung zwischen den Beiden und auch wenn Jamie sich noch so sehr sträubt, im Laufe seines Lebens läuft ihm sein "Fünfter Mann im Spiel" immer wieder über den Weg.
 
Jamie, der Junge, ist fasziniert von Charles Jacobs, dem jungen Prediger mit einem Faible für Elektrizität, welches ihn und andere ins Staunen versetzt, und auch ein kleines Wunder bewirkt. Daher ist er auch betrübt, als der Prediger nach dem Unfall in die  Welt zieht.
 
Als Jacobs seine kleine Familie bei einem schrecklichem Unfall verliert, verliert er auch den Glauben und tingelt nun als Schausteller durch die Gegend.
 
Jamie konnte es kaum glauben, den ehemaligen Prediger auf dem Jahrmarkt wieder zu treffen, wie er das Publikum mit seinen Porträts aus Blitzen verzaubert.
Seine Leidenschaft - die Elektrizität - hat er erstaunlich ausgearbeitet und weiter entwickelt.
Als Jamie ihm, in seinen Dreißigern gerade drogenabhängig und am Tiefpunkt angekommen wieder trifft, erfährt auch er durch Jacobs  und seine Methoden ein Wunder. Natürlich ist er ihm dankbar, doch wie hoch wird der Preis sein, den er dafür zahlen wird?
 
"Irgendwas ist da passiert!" Doch was genau und verschwinden die Nebenwirkungen? Welche Probleme haben die anderen Versuchskaninchen?
 
Die Wege führen sie immer wieder zusammen, Zufall oder Planung?
 
Kaum vorstellbar welche Auswirkungen Jacobs bei seinen "Patienten" mit der elektrischen Schocktherapie so alles in Kauf nimmt. Welche ungeahnten Ausmaße sich entwickeln können und wie gleichgültig ihm die Nebenwirkungen sind.
Es geht ihm einzig und allein um sein Streben, das ultimative letzte Experiment. dazu ist ihm jedes Mittel recht und so erkennt man den mitfühlenden, sympathischen Prediger vom Beginn gar nicht wieder. Er mutiert zu einem Zerrbild aus Wahnsinn und Besessenheit, dem alle um ihn herum zum Wohle seiner Forschung zum Opfer fallen.
 
Auch Jamie spürt die Veränderung in sich, erkennt langsam die Gefahr, auch wenn er nie das große Ziel und seine Rolle in dem perfiden Spiel begreift, bis es zu spät ist.
 
Typisch für Stephen King wird auch in diesem Roman das Thema Sucht wieder eingewoben. Es gab einige Längen, die ich aber nicht als störend empfand.
Die Charaktere sind wie immer bemerkenswert gut ausgearbeitet, verdammt vielschichtig und komplex.
Immer neue Wendungen lassen die Spannung nicht lang abflachen.
 
Das Ende ist mir dann zu abgehoben, obwohl es anders auch nicht zu King passen würde. Eben einfach nur persönlich nicht mein Fall.
Trotz allem ist es echt lesenswert und gibt viele Anstöße zum Nachdenken, somit lässt einem die Lektüre auch danach nicht gänzlich los.
 
Autorenporträt:

Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland/Maine, USA geboren. Er zählt zu den erfolgreichsten Autoren des späten 20. Jahrhunderts. Insgesamt hat der vielfach ausgezeichnete Bestsellerautor über 40 Romane, über 100 Kurzgeschichten, Novellen, Drehbücher, Gedichte, Essays, Kolumnen und Sachbücher veröffentlicht. Ende 2003 erhält Stephen King den "National Book Award" für sein Lebenswerk. Mit seiner Frau Tabitha lebt er in Bangor, Maine. Stephen King hat eine Tochter und zwei Söhne.

Zwischen 1966 und 1970 studiert Stephen King Englisch an der Universität von Maine, wo er Tabitha Spruce kennenlernt und ein Jahr später heiratet. Im gleichen Jahr kommt Tochter Naomi zur Welt. 1972 und 1977 werden seine Söhne Joseph und Owen geboren.
Nach seinem Examen arbeitet King in der Stadt Hampton in Maine als Englischlehrer. Sein Einkommen reicht jedoch kaum aus, um seine Familie zu ernähren. Mit Nachtschichten als Bügler in einer Wäscherei hält er sich über Wasser. In der wenigen Freizeit schreibt er Kurzgeschichten. Obwohl es ihm hin und wieder gelingt eine Geschichte zu verkaufen, ist er noch weit davon entfernt, sich sein Einkommen allein durch seine Arbeit als Schriftsteller sichern zu können. Er schreibt mehrere Romane, für die er aber keinen Verlag findet. Er zweifelt an seiner schriftstellerischen Begabung. Später veröffentlicht er diese Romane überarbeitet unter dem Pseudonym „Richard Bachman“.

Im Mittelpunkt von Stephen Kings Gesamtwerk steht der 2004 beendete, siebenbändige Fantasy-Zyklus Der Dunkle Turm um den Revolvermann („Gunslinger“) Roland. King selbst bezeichnet den Dunklen Turm - eine Fusion aus verschiedensten Zeiten, Orten und Geschichten - als sein wichtigstes Werk.

„Die Leute denken, ich sei ein sehr merkwürdiger Mensch. Das ist aber nicht korrekt. Ich habe das Herz eines kleinen Jungen. Es steht in einem Glas auf meinem Schreibtisch.“ Stephen King über Stephen King
 
 



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