[Rezension] Winter - Kartoffel - Knödel von Rita Falk


Winter - Kartoffel - Knödel
- Rita Falk -
4/5 Sterne

dtv Verlag
Provinzkrimi
336 Seiten
Taschenbuch 9.00 €
ISBN: 978-3-423-21902-0

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Klappentext:
 
Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel.
Seine Streifegänge führen ihn immer zum Wolfi auf ein Bier oder an den Küchentisch seiner stocktauben Großmutter. Sehr erholsam, bei all dem Zoff mit einem hanfanbauenden Vater (Alt-68er), der ihn mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt.
 
Aber manchmal muss der Eberhofer Franz auch in ziemlich grausigen Todesfällen ermitteln. So wie bei seinem ersten Fall: Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers, die an den komischsten Dingen sterben. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem bevorsteht ...
 
Meine Meinung:
 
Der Eberhofer Franz ermittelt, nicht offiziell, aber irgendwas stimmt da doch nicht und niemanden interessiert es.
 
4 Todesfälle hintereinander, seltsame Unfälle, eine komplette Familie ausgelöscht. Keiner nimmt seine Theorie vom 4fach Mord Ernst und so ermittelt er eben allein für sich, später mit Ex- Kollege Rudi gemeinsam. Kann doch nicht sein, das diese Unfälle niemanden stutzig machen.
 
Im Sonnleitnergut gibt's auch eine Neue, doch die ist nach dem Stelldichein nicht mehr auffindbar und das wo Franz doch einen Narren an der gefressen hat. Also die Frage: wo ist der Ferrari hin? Und hat er die Susi bei all der Schwärmerei vergessen?

Ein absolut lustiger Provinzkrimi mit sympathischen und einzigartigen Protagonisten. Alle halten Franz für wirr, ist er doch manchmal ganz schön eigen und verdammt direkt und hat aus seiner Dienstzeit in München schon einen Knacks weg bekommen.
So glaubt halt auch niemand an seine These vom 4fach Mord der Neuhofers, doch er bleibt dran und ermittelt mit seinen eigenen Methoden. Ein komischer Eigenbrödler, der gern die Dienstwaffe zückt und auf das Essen der Oma nix kommen lässt.
 
Die Charaktere sind allesamt Unikate und man kann sich schön in die Lebensart in Niederkaltenkirchen hinein versetzen, wie "vernetzt" dort alle untereinander sind, wie neugierig die Dorfgemeinschaft eben ist und vor allem wie gerne sie tratscht.
Vor allem die Oma ist mir sehr ans Herz gewachsen, was nicht nur an ihren wohl unglaublich guten Kochkünsten liegen mag, sondern an ihrer robusten Art, wie sie auch den großen Jungs noch die Meinung geigt und ein jeder sie ehrfürchtig respektiert.
Aber auch der unvergleichliche Dialekt hat mir so einige Schmunzler beschert und ich kanns kaum erwarten die liebgewonnenen Charaktere im nächsten Band auf ein neues zu besuchen.
 

Autorenporträt:

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.

Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.

Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend - sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von »dahoam«.
Mit ›Hannes‹ und dem ›Funkenflieger‹ zeigt sie sich von einer neuen, überraschenden Seite, indem sie wahrhaftige, universelle Geschichten erzählt, die niemanden ungerührt lassen.
( Quelle Verlagsseite dtv )

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