[Rezension] Der Mann, der das Glück bringt von Catalin Dorian Florescu



Der Mann, der das Glück bringt
- Catalin Dorian Florescu -
4/5 Sterne

C. H. Beck Verlag
327 Seiten
Kindle Edition 15.99 €
Gebundene Ausgabe 19.95 €
ISBN 978-3406691126

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Klappentext:
 
Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem Donaudelta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Sie muss die Asche ihrer Mutter nach Amerika bringen, er will erreichen, was sein Großvater für sich erhoffte.
Ihre geheimnisvollen Lebenswege finden in jenem Augenblick zusammen, als sie sich entscheiden können, einander erzählend zu vertrauen.

Ihre Familiengeschichten führen den Leser in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donaudeltas.

In seinem spannenden, an Fabulierlust und Überraschungen reichen Roman, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht, lässt Catalin Dorian Florescu zwei Erzählstimmen abwechselnd zu Wort kommen. So entsteht das Bild eines fantastischen und harten Jahrhunderts zwischen dem Schwarzen Meer und der amerikanischen Metropole. Ein Roman voller Tragik und Komik, der gleichzeitig eine literarische Reverenz an die Fähigkeit des Menschen ist, sein Glück zu suchen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben.


Meine Meinung:
 
Das Leben von 1899 bis in die Gegenwart.

Die Geschichte von Rays Großvater als armer Zeitungsjunge im aufschwingendem, nie schlafendem New York, der vom Durchbruch als Sänger träumt, aber hauptsächlich ums Überleben kämpft. Und Elenas Großmutter und Mutter, die im Donaudelta daheim sind. Ein abgeschiedenes, einfaches, vielleicht trostloses Leben. Im  New York von heute treffen Elena und Ray aufeinander und erzählen von der Vergangenheit.

Zwei gegensätzlichere Settings hätte man kaum wählen können.

Dies hat das Lesen angenehm gestaltet. Rays Großvater hat allerhand in den Straßen von New York erlebt, ums nackte Überleben kämpfen müssen. Eine mitreißende Erzählung, über all seinen kleinen Erfolge, aber auch die grausamen, abscheulichen Schattenseiten, die mich tief berührt, aber teilweise auch verstört haben und fassungslos zurück ließen. Immer seinem Traum hinterher, lässt er gute Chancen verstreichen, sein Leben in den Griff zu bekommen, der Armut zu entschwinden.

Elenas Großmutter ist kaltherzig, das war sie nicht immer, die Ereignisse veränderten sie. Ihre Tochter Elena ( die Mutter der heutigen Elena) ist abenteuerlustig und will die Welt bereisen, ab nach Amerika, was erleben und etwas erreichen. Hauptsache weg aus Rumänien, doch meint das Schicksal es gut nicht so gut mit ihr.
Nach Amerika gelangt sie aber eines Tages, durch ihre Tochter, im Einmachglas. Ihre Leben hatte viel Entbehrungen, Schicksalsschläge aber auch ein Quäntchen Glück.

Ein aufwühlender, zum Nachdenken anregender Roman, der so bildgewaltig geschrieben ist, so emotional aufrüttelnd.
Auch wenn ich es Schade finde, wenig von der Elena und Ray von heute erfahren zu haben, so haben mich die Geschichten seines Großvaters und ihrer Mutter doch sehr bewegt.


Autorenporträt:
 
Geboren am 27. 8. 1967 in Timisoara, Rumänien.
 

1976 reiste Florescu von Rumänien nach Italien und Amerika aus, kehrte aber acht Monate später wieder zurück. Im Sommer 1982 floh der damals 15-Jährige mit seinen Eltern in den Westen und wohnt seitdem in Zürich. Mittlerweile ist er Schweizer Bürger.
 
Nachdem Florescu 1989 seine Matura an der Kantonsschule Enge erlangt hatte, studierte er Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich und arbeitete von 1995 bis 2001 als Psychotherapeut in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige. Er absolvierte eine fünfjährige Weiterbildung in Gestalttherapie.
 
Seit Dezember 2001 ist er freier Schriftsteller. Für seine Romane Wunderzeit (2001), Der kurze Weg nach Hause (2002) und Der blinde Masseur (2006) erhielt Florescu u. a. das Hermann-Lenz-Stipendium, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis, ein Werkjahr der Stadt Zürich. Wunderzeit war Buch des Jahres 2001 der Schweizerischen Schillerstiftung. 2003 erhielt Florescu den Anna Seghers-Preis. Am 12. Oktober 2006 wurde sein Stück Die Nacht davor im Sandkorn-Theater in Karlsruhe unter der Regie von Victor Carcu uraufgeführt.
Vom 1. April bis zum 31. Juli 2010 war er in Erfurt als Stadtschreiber tätig, wobei er an seinem Roman Jacob beschließt zu lieben weiterarbeitete. Dieser Roman, der durch ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde, wurde 2011 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. Außerdem war Florescu 2010 Preisrichter beim Prešover Kurzgeschichtenwettbewerb.
(Quelle Wikipedia)
 
Weitere Bücher des Autors:

- Wunderzeit
- Der kurze Weg nach Hause
- Der blinde Masseur
- Zaira
- Jacob beschließt zu lieben
 

Kommentare

  1. Hallo Monika,
    eine sehr schöne Rezension, die mich das Buch vermerken lässt,
    obwohl ich es so gar nicht auf dem Schirm hatte.
    Danke dafür und als Leserin bleibe ich auch gleich hier. ;-)
    Liebst, Hibi

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    1. Hallo Hbi,
      freue mich sehr, das dir die Rezi so gut gefällt :)
      Ich habe einen neuen Blog gestartet, weil mir dieser nicht so sehr gefiel. Er wird bald gelöscht. Würde mich freuen wenn du auf dem aktuellen vorbeischaust :)
      https://allaboutmybooksandme.blogspot.de/

      LG Moni

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